Seit Jahren nimmt der Online-Umsatz stetig zu. Ist hier langsam ein Ende der Fahnenstange in Sicht? Der deutsche Shopsoftware Hersteller Shopware hat knapp 1000 Shopbetreiber befragt, um zu ermitteln, wie sich der Onlinehandel 2017 in Deutschland entwickelt hat. Was sind die Learnings aus 2017, die ihr für eure Online-Stragie 2018 verwenden könnt? Hier erfahrt ihr es

Zu Beginn des Jahres 2017 gaben 75 Prozent der Onlinehändler an, mit einem Umsatzzuwachs zu rechnen. Bei immerhin 65,5 Prozent hat das auch geklappt. Auf die Diskrepanz wird später eingegangen. Es lässt sich somit das wenig überraschende Urteil stellen: Online funktioniert auch 2017 sehr gut.

Aber wie hat sich der Umsatz auf die Branchen verteilt? Welche Trends und Herausforderungen sehen Shopbetreiber für 2018? Und welche Rolle spielen dabei Marktplätze? Diese Fragen werden euch hier beantwortet.

 

Umsatz in den einzelnen Branchen

Die Branche der Getränke, Nahrungs- und Genussmittel macht einen Anteil des Online-Umsatzes von 13,3 Prozent aus. Hierfür dürften auch Lebensmittel verantwortlich sein, die im stationären Handel schwierig zu bekommen sind. Dahinter reihen sich Bekleidung und Accesoires (12,9 Prozent) sowie Sportausrüstung und Freizeitartikel (11,9 Prozent) ein.

So machen die stärksten drei Branchen schon fast 40 Prozent des Online-Umsatzes im Jahr 2017 aus. Daher heißt es vor allem für diese Shopbetreiber, weiter zu pushen, um den Umsatz weiter steigern zu können und sich von der Konkurrenz abzuheben. Denn die Kunden sind da. Seid ihr es auch?

 

Bitte nicht verschlafen: Die Trends 2018

Wer die Einleitung gelesen hat, war vielleicht kurz irritiert. 75 Prozent haben mit einer Umsatzsteigerung gerechnet und bei 65,5 Prozent hat es geklappt. Was war mit den anderen knapp 10 Prozent? Diese hatten vermutlich mit den Trends und Entwicklungen zu kämpfen und mussten somit einen Umsatzrückgang verzeichnen.

Daher gilt es für sie wie für alle anderen auch, 2018 die richtigen Trends zu treffen. In der Shopware-Studie gab eine deutliche Mehrheit an, dass Mobile Commerce der Trend für das Jahr 2018 ist – gefolgt von SEO. Auf Mobile Commerce wird im später in diesem Artikel genauer eingegangen werden. Aber SEO? Warum ist dieser Dauerbrenner nun Trend? Wir sagen es euch.

 

SEO – Wichtiger denn je?

Was hat es mit SEO als Trend auf sich? Neben dem inhaltlichen und strukturellen Optimieren der Website bzw. des Shops geht es bei SEO auch darum, viele und vor allem sehr gute, echte Verlinkungen von anderen Websites auf die eigene zu haben. Das ist inzwischen Standard – Ein wichtiger Bestandteil, der seit Jahren umgesetzt werden sollte. 2018 ist es jedoch nun auch unumgänglich, Daten zu sammeln und diese zu analysieren.

Die Möglichkeiten, wichtige Daten zu sammeln sind sehr umfangreich. In der Regel fehlt es jedoch an Know-How, dieser enorm großen Datenmenge Herr oder Frau zu werden. Das heißt, die Daten sind oft schon vorhanden, man weiß nur nicht, wie man sie filtern, zuordnen, auswerten und für sich nutzen soll. Dieses Know-How gilt es 2018 schnellstens aufzubauen bzw. einzukaufen.

Aus diesen Daten lässt sich einiges lesen. Wo kommen eure Nutzer her? Wie verhalten sie sich auf eurer Website? Welche Inhalte auf eurer Website funktionieren gut – welche sorgen für Absprünge, welche für Käufe? Wieviel Prozent einer einzelnen Seite wurden betrachtet? Wie viele Besucher habt ihr überhaupt? Diese Fragen und noch sehr viele mehr kann euch eine gute Datensammlung und -auswertung beantworten, was wiederum in SEO umgesetzt werden muss. Denn wenn die Website nicht auf die Kundenbedürfnisse optimiert wird, werden eure Besucher gelangweilt oder genervt sein. Dadurch werdet ihr immer weniger Besucher und folglich weniger Umsatz haben. Daher das Wiederbeleben des SEO-Trends.

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Omnishopper – Sie stöbern überall, sie shoppen überall

Mobile Commerce als Trend bedeutet, dass Websites und vor allem auch Shops für Mobilgeräte bereit – also optimiert – sein müssen, wenn die Kunden immer öfter mit ihren Smartphones und Tablets einkaufen wollen. Wer das versäumt, riskiert wertvollen Umsatz.Die “Shopper Story 2017” von Criteo konnte das bestätigen. Sogenannte Omnishopper – also Kunden, die eine große Bandbreite von Geräten, Kanälen und Plattformen nach Belieben verwenden um zu stöbern und zu shoppen. Dabei wollen sie selbst entscheiden, welches Gerät sie über welchen Kanal und welche Plattform nutzen. Außerdem wollen sie bestimmen, wann und wo sie das Produkt kaufen und wie sie es erhalten.

Diese Bedürfnisse der sogenannten Omnishopper sind nicht zu unterschätzen. Immerhin zählen in Deutschland 72 Prozent der Kunden zu dieser Gruppe. Für alle Shopbetreiber heißt es also, zu jeder Zeit auf jedem Gerät optimiert dazusein und dem Kunden alle Infos zu geben, die er in seiner Phase der Customer Journey benötigt.

Wie sowohl die Shopware-Studie als auch die Criteo-Studie bestätigen können, spielt hierbei auch der stationäre Handel eine große Rolle. Die möglichen Einsatz-Kombinationen zwischen Desktop, Mobile und stationärer Handel sind so vielfältig und individuell wie die Kunden selbst. Auch hier gilt wieder der Leitsatz: Seid da, wo die Kunden sind. Seid dort wo sie kaufen wollen und zwar am besten, bevor sie das wollen. Seid ihr das?

 

Herausforderung: Marktplätze

Eine Herausforderung im Jahr 2018 werden im Onlinehandel die Marktplätze sein, so die Ergebnisse der Shopware-Studie. Während knapp 60 Prozent der Befragten keinen Umsatz auf Marktplätzen wie Amazon oder eBay erzielen, generieren immerhin ca. 6 Prozent der Shopbetreiber zwischen 60 und 100 Prozent ihres Umsatzes auf Amazon. Weitere 6 Prozent der Befragten holen ihren Umsatz immerhin zu 40-60 Prozent aus Amazon.

Klar ist: Wer einmal auf einem Marktplatz etabliert ist, hat es gut. Alle anderen fürchten sich, abgedrängt zu werden. Jedoch müssen es nicht immer gleich Amazon oder eBay sein. Oftmals ist es sinnvoll, sich kleinere Marktplätze zu suchen, die branchenspezifischer vertreten sind.

 

Zusammenfassung für eure Online-Strategie 2018

Das Fazit für 2017 und gleichzeitig der Ausblick für 2018 ist, dass es Shopbetreiber schwer haben werden, wenn sie nicht überall vertreten sind, wo ihre Kunden sind. Es wird definitiv nicht mehr reichen, nur auf der eigenen Website in der Desktop-Version vertreten zu sein. Seid mobil optimiert, seid auf Marktplätzen vertreten, ermöglicht eine Customer Journey über alle erdenklichen Kanäle und erfasst diese. Ebenso wichtig ist es, Daten zu sammeln, zu analysieren und zur Optimierung zu nutzen. Dann bietet ihr euren Kunden ein maximal gutes Einkaufserlebnis und habt damit gute Chancen auf steigenden Umsatz für 2018.

Kai Döhring

Inhaber & Digital-Marketing- & Strategieberater (IHK) bei döhring digital
Kai Döhring ist der Inhaber der Internetagentur döhring digital und zertifizierter Strategieberater (IHK). Aufgewachsen in einer reinen Handelsfamilie, hat er das Verständnis für den Handel quasi in die Wiege gelegt bekommen. Seit 1998 beschäftigt sich Kai schon mit Online-Marketing und Webdesign sowie mit Online-Strategien und -Technologien.
Hier bei döhring digital kümmert Kai sich um die Konzeption von Strategien und die Koordination sowie Umsetzung aller technologischen Anliegen von Shops über Websites bis hin zu Landingpages und Marketing-Automation.
Besonderen Wert legt er auf die Nachhaltigkeit unseres Vorgehens. Das heißt, unter seiner Leitung werden zuerst alle Variablen betrachtet und daraus eine individuelle, effiziente Strategie sowie einen dazu passenden Shop und/oder Website erstellt. Nachhaltig bedeutet für Kai und die ganze Agentur also, dass das was wir tun auch auf lange Sicht erfolgsbringend ist.
Daher müssen Lösungen für Kai sinnvoll, effektiv und effizient sein. Besonders viel Spaß macht es natürlich, dass jeder Kunde und jede Strategie dadurch absolut individuell und einzigartig ist.